Pacific Biosciences Aktie crasht nach Quartalszahlen – Kaufchance oder Pleitekandidat?

Veröffentlichungsdatum: 17.04.2024

Pacific Biosciences of California entwickelt und produziert Sequenzierungslösungen. Darunter versteht man – vereinfacht gesagt – die Bestimmung der genauen Bausteine von DNA und RNA in einem DNA-Molekül. Diese Lösungen sind für Wissenschaftler und Forscher von enormer Bedeutung, da sie dadurch genetisch komplexe Probleme wie Humangenomik und Krankheiten verstehen und lösen können.

Gestern, am 16.04.2024, veröffentlichte das Unternehmen ihre Zahlen zum abgelaufenen ersten Quartal 2024. Unter anderem die schlechte Prognose auf das Gesamtjahr 2024 ist dafür verantwortlich, dass die Aktie von Pacific Biosciences in sich zusammen bricht und sich innerhalb eines Tages halbiert.

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Anstelle eine starken Wachstums sinkt der Umsatz des ersten Quartals sogar leicht von 38,9 Mio. USD auf 38,8 Mio. USD. Ist die Aktie nun kaufenswert, oder besteht aufgrund einer möglichen, zukünftigen Pleite/Insolvenz sogar das Risiko eines Totalverlustes?

Bisherige Erwartung

Bisher lockte Pacific Biosciences Anleger mit enormen Erwartungen: Der Umsatz 2024 wurde mit 230 – 250 Millionen prognostiziert – also ein Wachstum um 15 – 25 % gegenüber 2023. Dieses geplante Wachstum hätte durch die Einführung neuer Plattformen erreicht werden sollen. Doch jetzt kommt alles anders. PacBio erwartet, dass der Umsatz in diesem Jahr zwischen 170 und 200 Millionen USD liegen wird, was einer Verfehlung der Prognose um rund 30 % entspricht.

Gründe für den Einbruch

Pacific Biosciences gab bekannt, dass die Umsätze der neuen DNA-Sequenzierungsgeräten deutlich unter den Erwartungen liegen werden. Um diese Einnahmelücke zu schließen, muss ein zweistelliger Millionenbetrag an Kosten eingespart werden.

Schlechtere Finanzierungsbedingungen der Kunden sowie Verzögerungen in der Beschaffung werden als Grund für die schlechten Zahlen angegeben. In sämtlichen internationalen Regionen blieb man hinter den Erwartungen.

Neue strategische Ausrichtung

Mit Blick auf die Zukunft will CEO Henry die folgenden vier Problemfelder angehen:

  • Verbesserung der kommerziellen Umsetzung
  • Weiterentwicklung der Benchtop-Read und High-Throughput-Short-Read-Plattformen
  • Projekte zur Steigerung der Produktionseffizienz
  • Senkung der Betriebskosten auf Non-GAAP Basis um 50 – 75 Millionen USD bis Ende 2024.

Einschätzung der Aussichten

Pacific Biosciences ist ein stark defizitäres Unternehmen, welches ursprünglich bis zum Jahr 2026 einen positiven Cashflow erreichen wollte. Angesichts der anhaltenden, hohen Cash-Burn-Rate sowie den verschlechterten Aussichten ist dieses Ziel unserer Ansicht nach fast nicht zu erreichen. Die strategischen Ansätze zur Verbesserung der aktuellen Situation sind nur sehr vage formuliert, und es ist unklar, wie diese erreicht werden sollen.

Aufgrund der Umsatzverfehlung um ca. 30 % (für das Gesamtjahr 2024) ist unserer Meinung nach der Aktieneinbruch auch in der Höhe gerechtfertigt. Die Kurshalbierung sehen wir deshalb nicht als Kaufchance.

Im Gegenteil, Anleger sollten sich im Klaren sein, dass hier auf lange Sicht durchaus auch eine Insolvenz im Bereich des Möglichen liegt, wenn die strategischen Maßnahmen des Unternehmens nicht zum gewünschten Ergebnis führen.

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